"Herz des Vereins schlägt in Abteilungen"

Der Turnverein Rot am See blickt trotz einiger Schwierigkeiten in den vergangenen Monaten wieder positiv in die Zukunft. Bei der Hauptversammlung wurde Christine Krämer neu in den Vorstand gewählt. (..swp FRANK MAIER | 23.04.2014)

TVR Vorstand Ehrungen 2014

"Einige Bauchschmerzen", gestand TVR-Vorstand Gerd Köber freimütig gleich zu Beginn seines Jahresberichts ein, hätten ihm die Probleme der vergangenen Monate schon verursacht. Immerhin musste die Jahresfeier, in Rot am See seit Jahrzehnten eine kulturelle und gesellschaftliche Institution, aus organisatorischen Gründen kurzfristig ausfallen. Und auch für die seit dem Vorjahr vakante Position eines Hauptverantwortlichen für das Vereinsheim wurde bisher kein Nachfolger gefunden. Köber machte allerdings auch deutlich, dass aller Sorgen zum Trotz "das sportliche Geschehen im Vordergrund steht". Schließlich ist der TVR ein Sportverein.

Und mit dem Blick auf die intensive Arbeit, die in den acht Abteilungen geleistet werde, stellte Köber fest: "Das Herz des Vereins schlägt in den Abteilungen." Nicht weniger als 47 aktive Übungsleiter kümmern sich Woche für Woche in den verschiedenen Sportgruppen um die aktiven der insgesamt rund 1000 Vereinsmitglieder, darunter etwa 300 Kinder und Jugendliche.

Die größte Gruppierung des Vereins machen die Fußballer aus, wie Abteilungsleiter Thomas Göller nicht ohne Stolz bemerkte. Sportlich läuft es bei den Aktiven unter dem zu Saisonbeginn als "Wunschtrainer" verpflichteten Schrozberger Reiner Marschick und dank einiger Neuzugänge wieder deutlich besser. Der Vertrag mit Marschick wurde deshalb folgerichtig bereits um eine weitere Saison verlängert, so Göller. Kritischer sieht es dagegen bei der Fußballjugend aus. Trotz einiger nennenswerter Erfolge wie einem vierten Platz der F-Junioren in der Hallen-Bezirksendrunde, überwiegen die Zukunftssorgen. Vor allem die für die neue Runde noch in allen Altersklassen fehlenden Trainer und Betreuer treiben den Verantwortlichen Sorgenfalten ins Gesicht.

Für die Gesamtjugend wies Yannick Zwettler auf die Ausrichtung der Hallenmannschaftswettkämpfe des Turngaus hin. Nach zehn Jahren Pause führte der Verein erstmals wieder ein mehrtägiges Zeltlager im Sportjugendlager Beimbach durch. 45 Kinder nahmen daran teil. Zu einem Aushängeschild des Vereins hat sich in den vergangenen Monaten die Leichtathletikabteilung entwickelt, wie die Erfolge eindrucksvoll belegen. Beim Kreiskinderturnfest in Crailsheim stellte der TVR als erfolgreichster Verein nicht weniger als zehn (!) Sieger; bei den Frankenmeisterschaften standen fünf "Roter" ganz oben auf dem Siegertreppchen. Den größten Erfolg feierte Benedikt Schurr, der bei den Regio-Meisterschaften in der Altersklasse U 20 den Titel über 3000 Meter gewann. Rund 60 Kinder ab sieben Jahren werden von einem inzwischen fünfköpfigen Trainerteam unter Führung von Martin und Anja Schurr betreut.

Im Aufwind befindet sich auch die Majorettengruppe. Über 40 Mädchen schwingen mittlerweile unter Anleitung von Steffi Uhl und Tanja Grün den Bâton. Auftritte hatte die Gruppe unter anderem in Gerabronn und Blaufelden sowie bei der Jahresfeier des VfR Altenmünster.

Wenig erfolgreich verlief die Verbandsrunde für die Tennisspieler. Gleich drei Abstiege (Juniorinnen und Junioren in die Bezirksstaffel, Herren 2 in die Kreisklasse 2) musste Tennisabteilungsleiter Gerhard Schöberl vermelden. Etwas besser schlugen sich Damen 1 und Herren 1, die sich ebenso wie die Herren 60 in ihrer Spielklasse behaupten konnten. Im Umbruch befindet sich derzeit die Tischtennisabteilung. Über Jahrzehnte eine feste Größe innerhalb des Vereins, stehen aktuell gerade noch drei Teams (Mädchen, Jungen und Herren) im Spielbetrieb. Hoffnungsträger ist die Jungenmannschaft, momentan in der Kreisliga C1 Ost auf Platz zwei.

Auch die Volleyballer müssen nach überaus erfolgreichen Jahren, in denen die erste Damenmannschaft sogar zwei Jahre in der Landesliga spielte, wieder kleinere Brötchen backen. Die Damenmannschaft löste sich nach dem Abstieg auf und das Startrecht für die Bezirksliga wurde freiwillig zurückgegeben. Die seitherige zweite Mannschaft, mit jungen Spielerinnen bestückt, spielt in der B-Klasse, kam dort aber trotz vorhandenem Potenzial nicht über den vorletzten Platz hinaus. Auch das Experiment mit einer aktiven Männermannschaft wurde nach nur einem Jahr wieder beendet. Mit der engagierten Ex-Landesligaspielerin Jutta Heinrich als Trainerin soll stattdessen in der Mixed-Runde Hohenlohe-Franken Schritt für Schritt wieder an frühere Erfolge angeknüpft werden. Auf finanziellem Gebiet hat sich der TVR weiter positiv entwickelt, wie Kassiererin Andrea Feil in ihrem Kassenbericht erläuterte. Der aus dem Vereinsheimbau rührende Schuldenstand konnte signifikant verringert werden. Dabei profitierte der Verein auch von den derzeit niedrigen Kreditzinsen. Nach wie vor noch keinen positiven Zuschussbescheid für den geplanten Bau eines Kunstrasenplatzes hat dagegen Bürgermeister Siegfried Gröner in der Tasche. Die Anträge sind aber für 2014 erneut eingereicht worden, und obwohl die Fördertöpfe begrenzt sind, ist die Gemeinde durchaus optimistisch, dass es mit einer Förderung noch in diesem Jahr klappt.

 

 

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